WM 2006 ohne Korruption nicht möglich

Rainer Koch

Wikimedia, Michael Lucan, München (CC BY 3.0)

Vergangene Woche ließ DFB-Interimspräsident Rainer Koch in einem Interview tiefe Einblicke zu: „Die WM-Vergabe hat stattgefunden zu einer Zeit, wo die FIFA ganz sicher in weiten Teilen korrupt und es seit Längerem einfach nicht möglich war, eine WM auf sportlich fairem Weg zu bekommen.“ Damit bestätigt Koch indirekt auch, dass Bestechung geflossen ist und das Sommermärchen anders gar nicht realisierbar gewesen wäre. Bei der Abstimmung zur WM-Vergabe im Jahr 2000 setzte sich die deutsche Bewerbung erst im dritten Wahlgang knapp gegen jene aus Südafrika durch.

Weiters führte Koch aus, dass man zu den Vorwürfen stehen müsse und diese ohne Rücksicht auf „Verluste“ aufgearbeitet werden müssen. Ansonsten würde der Glaubwürdigkeit des DFB ein langfristiger Image-Schaden entstehen – zusätzlich zu einem enormen finanziellen Schaden, da Rückzahlungen in Millionenhohe anstehen könnten. Gemeinsam mit Reinhard Rauball will Rainer Koch aber den Kampf annehmen und „für einen neuen DFB, in dem Transparenz, Klarheit, Mitgestaltung und Kontrollrechte für alle erkennbar selbstverständlich sind“ einstehen.

Bis alles aufgeklärt ist und alle Fakten auf dem Tisch liegen, werden allerdings noch einige Monate vergehen. Ein wenig Licht ins Dunkel könnte die Ethikkommission der FIFA im Februar bringen. Denn Ende Februar wird das Gremium im „Fall Beckenbauer“ eine Entscheidung fällen. Dem Chef des Organisationskomitee der WM 2006 droht wegen mangelnder Kooperation bei der Aufarbeitung der Vergaben Weltmeisterschaft 2018 und 2022 eine lange Sperre.