Erinnerungslücken bei Beckenbauer

Franz BeckenbauerIn der Affäre um die Vergabe der Weltmeisterschaft 2006 fällt immer wieder der Name Franz Beckenbauer. Der Kaiser selbst meldete sich nun erstmals persönlich zu Wort, ließ davor immer nur über seine Anwälte seine Gedanken ausrichten. In den Fokus geriet Beckenbauer, der 2006 WM-Organisationschef war, da er die mysteriöse Vereinbarung mit dem unter Korruptionsverdacht stehenden Jack Warner unterschrieben hatte. Konkret ging es in diesem Vertrag um 6,7 Millionen Euro – was mit diesem Betrag passierte und wofür er aufgewendet wurde, ist weiterhin unklar.

In einem Interview mit der „Süddeutschen Zeitung“ sprach Beckenbauer am Wochenende über die Vorwürfe. Er wertete die Vorwürfe der Korruption als „falsch“ ab, da „wir haben doch gar kein Geld gehabt haben“. Die Unterschrift unter dem fragwürdigen Vertrag rechtfertigt er so: „Ich habe immer blind unterschrieben, wenn sie meine Unterschrift gebraucht haben.“

Mit dieser Ausrede wird er wohl keinen großen Erfolg haben. Sollte es hart auf hart kommen, erwarten das einstige deutsche Fußball-Idol ungemütliche Zeiten. Zwar wird Beckenbauer dank seiner Erfolge für den DFB weiter verehrt werden, sein Heldendenkmal wird durch den Skandal aber sicherlich die eine oder andere Schramme bekommen.

Dass Korruption in der FIFA weit verbreitet ist, bestätigen die Ermittlungen in den letzten Monaten. Auch bei den Vergaben der WM 2018 und der Fußball WM 2022 in Katar soll Schmiergeld geflossen sein.