Russland will Team mit Legionären stärken

Gut zwei Jahre vor der Heim-WM sucht Russland verzweifelt nach Verstärkungen für das Nationalteam. Da anscheinend im eigenen Land keine talentierten Alternativen zur Verfügung stehen, will sich der russische Verband nun nach Doppelstaatsbürgern umsehen bzw. Legionäre, die in der nationalen Premier Liga spielen, einbürgern. Denn bei der Fußball WM 2018 will man sich nicht zum internationalen Gespött machen sondern lange im Bewerb vertreten sein. Ein Aus in der Vorrunde würde einer Blamage gleichkommen.

Roman Neustädter

Daniel Kraski (CC BY 2.0)

„Wir erwägen punktuelle Einbürgerungen, weil wir in den kommenden zwei Jahren niemand Neues (aus der eigenen Jugend) mehr heranziehen werden“, so der russische Sportminister Witali Mutko, der gleichzeitig auch Präsident des nationalen Fußballverbands ist. Prominentester Fall ist Roman Neustädter, der in der ehemaligen Sowjetunion geboren wurde und einen russischen Vater hat. Der Schalke-Kicker könnte sich durchaus vorstellen in Zukunft für Russland zu spielen obwohl er zwei Mal für Deutschland im Einsatz war – allerdings nur in Testspielen.

Bereits im Winter wurden erste Gespräche zwischen den beiden Seiten aufgenommen, doch auch in Russland mahlen die Mühlen der Bürokratie langsam. Dennoch hofft Neustädter, bereits bei der Fußball EM in Frankreich für die Sbornaja auflaufen zu dürfen.

Ein weiterer Kicker hat bereits ein Spiel für Russland absolviert: Guilherme. Der Brasilianer spielt seit 2007 für Lok Moskau und feierte im März diesen Jahres sein Debüt im Kasten der russischen Nationalelf. Erst im November 2015 nahm er die Staatsbürgerschaft an.