Bessere Bedingungen für Arbeiter in Katar

Seit Jahren steht Katar in der Kritik, Gastarbeiter im eigenen Land wie Sklaven zu halten und auszubeuten. Immer wieder machten internationale Menschenrechtsorganisationen wie Amnesty International auf die fürchterlichen Umstände aufmerksam: so besagt ein 2015 veröffentlichter Bericht, dass zwischen 2011 und 2013 rund 1.200 Arbeiter, vornehmlich aus Indien und Nepal, auf katarischen Baustellen ums Leben gekommen sein sollen. Die Gründe dafür liegen auf der Hand: hohe Temperaturen von teils über 50 Grad Celsius und daraus resultierend Erschöpfung oder Überarbeitung, Gewalt, fehlendes Wasser und mangelhafte Arbeitssicherheit.

Allerdings muss angemerkt sein, dass die 1.200 Arbeiter nicht nur auf WM-Stadien-Baustellen sondern auch auf anderen starben. Ein weiterer Kritikpunkt ist, dass Arbeiter oftmals im Land festgehalten werden, Arbeitsverträge nicht kündigen können und die Wohnbedingungen zu Wünschen übrig lassen. Letzteres soll in Zukunft verbessert werden.

In Doha wurde jetzt, sieben Jahre vor Beginn der Fußball WM 2022, ein Gebäudekomplex mit Schlafmöglichkeiten für 70.000 Arbeiter eröffnet. Zur sogenannten Labour City, die 750 Millionen Euro kostete, gehören auch zwei Polizeistationen und eine Moschee – die zweitgrößte des Landes. Maximal vier Arbeiter sollen pro Zimmer für die Dauer ihres Arbeitsaufenthalts eine Beherbergung finden. Die Einhaltung dieser Regelung wird täglich kontrolliert werden.

Der feierlichen Eröffnung der Arbeiterstadt wohnten auch Premierminister Abdullah Bin Nasser Al-Thani und Arbeitsminister Abdullah Al-Khulaifi bei.