Journalisten in Katar festgenommen

Die Skandale rund um die Weltmeisterschaft 2022 nehmen kein Ende. Arbeiter, die wie Sklaven behandelt werden und auf engstem Raum untergebracht sind, Bestechungsvorwürfe, die längst bestätigt sind und noch immer bestritten werden, und Journalisten, die eingesperrt werden. Nachdem Anfang Mai bereits eine Journalistin des ARD festgesetzt wurde und erst nach 14 Stunden wieder freigelassen wurde, haben die katarischen Behörden nun ein britisches Team verhaftet.

Das Journalistenteam der BBC arbeitete in Doha an einer Reportage im Zuge dessen auch nepalesische Gastarbeiter interviewt wurden. Dabei wurden sie jedoch vom katarischen Geheimdienst, der das Fernsehteam anscheinend bereits mehrere Tage überwachte, festgenommen. Die offizielle Begründung: Die Journalisten sind in in ein Privatgelände eingedrungen. Angeblich waren sie in der Nacht in die Quartiere der Arbeiter eingebrochen obwohl sie nur wenige Tage später diese legal im Rahmen einer Führung besichtigen hätten dürfen. Zwei Nächte blieben die BBC-Reporter in Verwahrung ehe sie wieder in die Freiheit entlassen wurden – die Filmausrüstung haben sie bislang nicht zurückbekommen.

Bereits in der Vergangenheit wurden Journalisten und Reporter, die Nachforschungen über die Arbeitsbedingungen in Katar oder die Vergabe der WM 2022 anstellten. Bereits 2013 wurde ein deutscher TV-Produzent festgehalten, vor zwei Wochen eben oben erwähnte ARD-Journalistin. Während die Kritik weltweit immer lauter wird, hält die FIFA an einer Fußball Weltmeisterschaft in Katar weiter fest. Dass es zwischen 2011 und 2014 bereits 1400 tote Gastarbeiter gab, scheint die Verantwortlichen des Weltverbandes kaum zu interessieren.