DFB versinkt im Chaos

Theo Zwanziger

Wikimedia, Manuel Heinrich/Emha (CC BY-SA 2.5)

Nachdem vor zwei Wochen erste Vorwürfe publik wurden, die WM 2006 sei gekauft gewesen, versinkt der DFB nun im Chaos. Der ehemalige Präsident des Deutschen Fußballbundes Theo Zwanziger (von 2004 – 2012) meinte im Spiegel, das Bestechungsgeld an FIFA Funktionäre geflossen sei, um die Weltmeisterschaft 2006 nach Deutschland zu holen. Eigenen Angaben zufolge habe Zwanziger auch Beweise für alle seine Vorwürfe, da er über eigene Dokumente und Kopien der belastenden Materialen verfüge.

Seine Vorwürfe stützt er auch auf Aussagen von Günther Netzer. Laut Zwanziger soll Netzer in einem Gespräch mit ihm im Jahr 2012 versichert haben, dass vier asiatische Stimmen um 6,7 Millionen Euro gekauft worden seien. Netzer bestreitet dies jedoch vehement und verweist auf seine Frau, die bei diesem Gespräch ebenfalls dabei gewesen sein soll. Die Affäre spitzt sich also immer mehr zu.

Mittlerweile ins Visier geraten sind Franz Beckenbauer und der aktuelle DFB-Präsident Wolfgang Niersbach. Beckenbauer, bei der WM 2006 Chef des Organisationskomitee, soll die ominöse 6,7 Millionen Euro Zahlung mit seiner Unterschrift genehmigt haben. Auch Niersbach soll davon gewusst haben, so Zwanziger.

Ob die Wahrheit jemals ans Licht kommt? Sollte sich die Staatsanwaltschaft der Sache annehmen, könnten durchaus noch interessante Vorgänge aus der Vergangenheit publik werden. Unrealistisch ist die Existenz von „schwarzen Kassen“ nicht – denn wer die FIFA kennt, weiß, dass ohne Korruption kaum etwas geht. Auch bei der Vergabe der WM 2022 in Katar halten sich hartnäckig Bestechungsvorwürfe