Frankreichs Deschamps stellt Weichen

Nach der bitteren Pleite im EM-Finale richten Didier Deschamps und die französische Nationalmannschaft ihren Blick bereits in die Zukunft. Der Nationaltrainer will einen kleinen Umbruch einleiten und Les Bleus verjüngen, um bei der Fußball WM 2018 mit der bestmöglichen Mannschaft an den Start gehen zu können. Die meisten Akteure sind zwar ohnehin noch jung oder im besten Fußballeralter, doch es gibt auch einige Spieler, die ihren Zenit mittlerweile überschritten haben und in Zukunft wohl keine tragenden Rollen beim französischen Team spielen werden.

Allen voran die beiden Außenverteidiger Patrice Evra und Bacary Sagna. Während Evra bereits 35 ist, ist Sagna immerhin zwei Jahre jünger. Die Zukunft gehört ihnen aber eher nicht, weswegen Deschamps verglichen mit der EM gleich drei neue Außenverteidiger in den Kader für das Testspiel gegen Italien bzw. das erste Spiel in der WM-Qualifikation gegen Luxemburg. Links ist der 23-jährige Layvin Kurzawa von PSG an Board, rechts dürfen der 24-jährige Djibril Sidibe und der 25-jährige Sebastien Corchia ihr Können unter Beweis stellen.

Im defensiven Mittelfeld erhält der 23-jährige Geoffroy Kondogbia von Inter Mailand einmal mehr seine Chance, nachdem Yohan Cabaye ausfällt. In der Offensive wurde erstmals Ousmane Dembele nominiert. Der Shootingstar von Borussia Dortmund wird damit für seine starken Auftritte in den letzten Wochen und Monaten belohnt. Im Tor wurde erstmals Alphone Areloa berücksichtigt, der anstelle des verletzten Hugo Lloris in den Kader berufen wurde. Ebenfalls nicht mehr dabei sind Eliquim Mangala, Christophe Jallet und Morgan Schneiderlin sowie der verletzte Kingsley Coman.

Frankreich Kader WM-Qualifikation gegen Luxemburg

Tor: Alphonse Areloa (Paris Saint-Germain) Benoit Costil (Stade Rennes), Steve Mandanda (Olympique Marseille)

Abwehr: Sebastien Corchia (Lille OSC), Lucas Digne (AS Roma), Laurent Koscielny (FC Arsenal), Layvin Kurzawa (Paris Saint-Germain) Adil Rami (FC Sevilla), Djibril Sidibe (AS Monaco), Samuel Umtiti (Olympique Lyon), Raphael Varane (Real Madrid)

Mittelfeld: Yohan Cabaye (Crystal Palace), N’Golo Kante (Leicester City), Geoffroy Kondogbia (Inter Mailand), Blaise Matuidi (Paris Saint-Germain), Paul Pogba (Juventus Turin), Moussa Sissoko (Newcastle United)

Angriff: Ousmane Dembele (Borussia Dortmund), Kevin Gameiro (Atletico Madrid), Andre-Pierre Gignac (CA Tigres), Olivier Giroud (FC Arsenal), Antoine Griezmann (Atletico Madrid), Anthony Martial (Manchester United), Dimitri Payet (West Ham United)

Allardyce neuer England-Trainer

Sam Allardyce

Egghead06 (CC BY-SA 4.0)

Wie so oft enttäuschte die englische Nationalmannschaft bei einer Endrunde – obwohl die vorangegangene Qualifikation Hoffnung auf ein gutes Abschneiden machte. So auch 2016. England hatte als einziges Team alle Spiele in der Qualifikation für die Europameisterschaft gewonnen und dementsprechend zum erweiterten Favoritenkreis gezählt. Doch gleich zum Auftakt gab es den ersten Dämpfer für die ambitionierten Three Lions.

Gegen Russland absolvierten die Engländer ein starkes Spiel, verabsäumten es aber, ihre Überlegenheit in Tore umzumünzen. So ging es mit einem knappen 1:0 in die Schlussphase, wo die Russen in letzter Minute ausgleichen konnten. Im zweiten Spiel war dann das Glück auf englischer Seite: nach 0:1-Rückstand gegen Wales brachten zwei späte Tore die Engländer doch noch auf die Siegerstraße. Im letzten Spiel gegen die Slowakei kam England dann nicht über ein 0:0 hinaus, schaffte als Gruppenzweiter aber trotzdem den Aufstieg.

Im Achtelfinale erwies sich Island jedoch als zu starker Gegner. 1:2 lautete das Ergebnis gegen den Underdog nach 90 Minuten, Spott und Hohn ließen nicht lange auf sich warten. Kurz nach dem Debakel erklärte auch Roy Hodgson, der bereits beim WM-Aus 2014 auf der Trainerbank saß, seinen Rücktritt. Nach wochenlanger Suche und einigen Hearings mit aussichtsreichsten Kandidaten, darunter Jürgen Klinsmann, hat der englische Verband FA nun einen Nachfolger präsentiert.

Sam Allardyce wird zumindest bis zur Weltmeisterschaft 2018 die englische Nationalmannschaft coachen – vorausgesetzt er schafft die Qualifikation. Allardyce war zuletzt beim AFC Sunderland tätig, wo er noch einen bis 2017 gültigen Vertrag gehabt hätte. Medienberichten zufolge zahlt die FA rund drei Millionen Ablöse an seinen Verein.

„Ich werde alles, was ich kann, tun, um England zu verbessern und unserer Nation den Erfolg zu geben, den unsere Fans verdienen. Über allem müssen wir die Leuten und das ganze Land stolz mache,“ so der Neo-Teamchef in einer ersten Stellungnahme.

Messi: Rücktritt vom Rücktritt

Nach dem verlorenen Copa America-Finale, in dem er selbst einen Elfmeter über das Tor setzte, verkündete Lionel Messi seinen Rücktritt aus dem argentinischen Nationalteam. Viele vermuteten hinter Messis Auge eine spontane Gefühlsregung so kurz nach einer der größten Enttäuschungen seiner Karriere. Und genau das könnte es gewesen sein. Denn Insider berichten, dass Messi nun einen Rücktritt vom Rücktritt anstreben.

Nur wenige Tage nach der Bekanntgabe seines Ausscheidens scheint bei Messi nun ein Umdenken stattgefunden zu haben. Mitverantwortlich dafür könnte auch der Aufschrei im ganzen Land gewesen sein. Quer durch alle Bereiche baten Prominente den Kapitän und Superstar der Albiceleste, seine Entscheidung zu überdenken. Sogar Staatspräsident Mauricio Macri soll Messi persönlich kontaktiert haben, um La Pulga zu überreden. „Wir können uns glücklich schätzen. Es ist ein Geschenk Gottes, den besten Spieler der Welt in unserem Land zu haben“, schmiert Macri seinem Landsmann Honig ums Maul.

Personen aus dem Bekanntenkreis Messis meldeten sich ebenfalls zuletzt zu Wort, die die Meinung vertraten, dass Messi spätestens bei der Fußball WM 2018 in den argentinischen Kader zurückkehren werde. Realistisch ist auch, dass Messi nur die Spiele im Herbst auslässt, wenn Argentinien in der WM-Qualifikation gegen Uruguay, Venezuela, Peru, Paraguay, Brasilien und Kolumbien spielt, und dann im Frühjahr wieder das Trikot Argentiniens überstreift.

Chile ist das beste Team Amerikas

Bereits bei der WM 2014 hat die chilenische Nationalmannschaft die Herzen der Fans im Sturm erobert. Nach Siegen gegen Australien und Spanien in der Vorrunde war für La Roja bereits im Achtelfinale Schluss. Gegen Gastgeber Brasilien schied Chile im Elfmeterschießen aus, nachdem gleich drei Spieler verschossen hatten, darunter Alexis Sanchez. Der Frust über die verpasste Chance hielt aber nicht lang, denn bereits ein Jahr später bot sich Chile die nächste Titelmöglichkeit.

Bei der Copa America im eigenen Land galt Chile als Geheimfavorit. Die Sehnsucht nach dem ersten Titel überhaupt war riesengroß. Und die mit Starspielern gespickte Mannschaft sollte die Erwartungen der eigenen Fans erfüllen. Ohne Niederlage überstand die Mannschaft von Jorge Sampaoli die Gruppenphase, in der K.o.-Runde wurden dann Uruguay und Peru knapp besiegt.

Im Finale wartete dann Argentinien – nach 120 torlosen Minuten musste der Copa America-Sieger 2015 im Elfmeterschießen gefunden werden. Nachdem auf argentinischer Seite nur Lionel Messi traf und die ersten vier Chilenen souverän verwandelten, kannte der Jubel über den ersten Titel überhaupt keine Grenzen mehr.

2016, also ein Jahr später, bei der Copa America Centenario in den USA, galt Chile abermals als Favorit, obwohl Erfolgstrainer Sampaoli mittlerweile das Team verlassen hatte. Doch auch unter Nachfolger Juan Antonio Pizzi spielten die Chilenen attraktiven Fußball.

Nach der Auftaktniederlage gegen Argentinien stieg La Roja dank zweier Siege gegen Bolivien und Panama noch in die Finalphase auf, wo zuerst Mexiko mit 7:0 besiegt und anschließend auch Kolumbien keine Chance gelassen wurde. Im Finale kam es zum Wiedersehen mit Argentinien. Wieder brachten 120 Minuten keine Entscheidung, wieder musste der Sieger im Elfmeterschießen gefunden werden – und wieder hatten die Chilenen das bessere Ende.

Zudem wurden gleich mehrere Chilenen geehrt. Claudio Bravo wurde zum besten Keeper gewählt, Eduardo Vargas durfte sich über die Auszeichnung als bester Torschütze freuen. Alexis Sanchez erhielt den Goldenen Schuh für den besten Spieler. Neben den drei Genannten landeten auch Arturo Vidal, Mauricio Isla, Charles Aranguiz, Gary Medel und Jean Beausejour in der Elf des Turniers.

Das nächste Duell der beiden Teams gibt es übrigens im März kommenden Jahres in der Qualifikation für die Fußball WM 2018.

Albanische Kicker werden belohnt

0:1 gegen die Schweiz, 0:2 gegen Frankreich – die albanische Auswahl stand vor dem dritten und letzten Spiel in Gruppe A bei der Fußball EM 2016 noch ohne Punkte da. Obwohl sich die Mannschaft in beiden Spielen Chancen erarbeitet hatte und durchaus einen Punkt verdient gehabt hätte. Gegen die Schweiz musste man früh den Gegentreffer hinnehmen und dann eine Stunde in Unterzahl agieren. Dennoch wäre in der Schlussphase sogar der Ausgleich möglich gewesen.

Auch gegen Frankreich hielt Albanien lange mit und bis in die Schlussphase die Null. Doch zwei ganz späte Tore brachten Les Bleus den unterm Strich verdienten Sieg und Albanien die nächste Niederlage. Im dritten Gruppenspiel gegen Rumänien sollte es dann mit dem ersten EM-Tor und dem ersten Sieg klappen. Leidenschaftlich und mit unbändigem Willen gingen die Albaner in das Spiel und fanden einige Möglichkeiten vor. Kurz vor der Pause war es dann nach einem Tormannfehler so weit: Armando Sadiku erzielte per Kopf das erste EM-Tor Albaniens.

Nachdem die Albaner den Vorsprung anschließend über die Zeit brachten, durften sie über den ersten Sieg jubeln. Und möglicherweise ist das Turnier noch nicht zu Ende für die Adler. Denn als Dritter haben die Albaner noch alle Chancen auf das Achtelfinale. Als Belohnung stellte der Verbandschef für die Spieler diplomatische Pässe in Aussicht, zudem bekommt das albanische Team von der Regierung eine Million Euro als Prämie.

Sollten drei Punkte nicht reichen, beginnt die nächste Herausforderung für Albanien im Herbst 2016. Denn dann startet die Qualifikation für die Fußball WM 2018 in der das Team auf Spanien, Italien, Israel, Liechtenstein und Mazedonien trifft – nicht unbedingt die einfachste Gruppe.