FIFA Funktionäre in Schweiz verhaftet

Unerwartete Wendung im FIFA Korruptionsskandal: Völlig überraschend wurden heute sechs, teils hochrangige, Funktionäre des Weltverbandes in Zürich festgenommen. Vorwürfe der Bestechung und Korruption hatten sich laut der Schweizer Staatsanwaltschaft nach einer Durchsuchung der FIFA Zentrale in Zürich erhärtet und bestätigt. Die verhafteten Funktionäre sollen seit den 90er Jahren in diverse Skandale rund um Schmiergeldzahlungen und Korruption verwickelt gewesen sein und Bestechungsgelder in einer Gesamthöhe von 100 Millionen Euro angenommen haben.

Zu den sechs verhafteten FIFA Funktionären sollen unter anderem Jack Warner (ehemaliger FIFA-Vizepräsident), Jeffrey Webb (FIFA-Vizepräsident, CONCACAF Präsident) und Eugenio Figueredo (FIFA-Vizepräsident, CONMEBOL Präsident) zählen. Präsident Sepp Blatter zählt nicht zu den Festgenommenen. In einer ersten Pressekonferenz gab die FIFA zu Protokoll, die Staatsanwaltschaft bestmöglich unterstützen zu wollen. Das Verfahren sei „gut für FIFA, im Sinne einer Transparenz“. Die WM 2018 in Russland und die WM 2022 in Katar werden trotz bestehender Vorwürfe sicherlich nicht neu vergeben.

Auch die Präsidentenwahl am Freitag, 29. Mai 2015, wird wie geplant stattfinden. Die große Frage ist nun, ob Herausforderer Prinz Ali bin al Hussein, unterstützt durch die Verhaftungen und Skandale, eine weitere Amtszeit von Sepp Blatter verhindern kann.

Journalisten in Katar festgenommen

Die Skandale rund um die Weltmeisterschaft 2022 nehmen kein Ende. Arbeiter, die wie Sklaven behandelt werden und auf engstem Raum untergebracht sind, Bestechungsvorwürfe, die längst bestätigt sind und noch immer bestritten werden, und Journalisten, die eingesperrt werden. Nachdem Anfang Mai bereits eine Journalistin des ARD festgesetzt wurde und erst nach 14 Stunden wieder freigelassen wurde, haben die katarischen Behörden nun ein britisches Team verhaftet.

Das Journalistenteam der BBC arbeitete in Doha an einer Reportage im Zuge dessen auch nepalesische Gastarbeiter interviewt wurden. Dabei wurden sie jedoch vom katarischen Geheimdienst, der das Fernsehteam anscheinend bereits mehrere Tage überwachte, festgenommen. Die offizielle Begründung: Die Journalisten sind in in ein Privatgelände eingedrungen. Angeblich waren sie in der Nacht in die Quartiere der Arbeiter eingebrochen obwohl sie nur wenige Tage später diese legal im Rahmen einer Führung besichtigen hätten dürfen. Zwei Nächte blieben die BBC-Reporter in Verwahrung ehe sie wieder in die Freiheit entlassen wurden – die Filmausrüstung haben sie bislang nicht zurückbekommen.

Bereits in der Vergangenheit wurden Journalisten und Reporter, die Nachforschungen über die Arbeitsbedingungen in Katar oder die Vergabe der WM 2022 anstellten. Bereits 2013 wurde ein deutscher TV-Produzent festgehalten, vor zwei Wochen eben oben erwähnte ARD-Journalistin. Während die Kritik weltweit immer lauter wird, hält die FIFA an einer Fußball Weltmeisterschaft in Katar weiter fest. Dass es zwischen 2011 und 2014 bereits 1400 tote Gastarbeiter gab, scheint die Verantwortlichen des Weltverbandes kaum zu interessieren.

Ausländer-Limit in Russlands Fußball

Hulk von Zenit St. Petersburg

Wikimedia, Голубович Дмитрий (CC BY-SA 3.0)

Jahr für Jahr wechseln internationale Stars um viele Millionen nach Russland in die Premjer Liga. Beispiele gefällig? Hulk, Axel Witsel, Danny, Willian, Ezequiel Garay, Bruno Alves, Javi Garcia, Christopher Samba oder Seydou Doumbia wechselten in den letzten Jahren für teilweise hohe Summen in den Norden und verdrängten heimische Spieler aus den Mannschaften. Drei Jahre vor der Weltmeisterschaft im eigenen Land wollen die Veranstalter nun auf die Legionärsflut reagieren und neue Beschränkungen etablieren. Der eigene Nachwuchs soll wieder vermehrt eingesetzt und gefördert werden, ein schwaches Abschneiden bei der Heim-WM soll so verhindert werden.

Das Problem des russischen Fußballs liegt darin, dass kaum Spieler im Ausland spielen. Bis auf Denis Cheryshev (Villarreal) spielen alle Nationalspieler im eigenen Land. Werden nun Stars um viel Geld nach Russland geholt, verlieren die russischen Akteure ihre Plätze – und das soll im Hinblick auf die kommende Fußball WM 2018 verhindert werden. Sportminister Witali Mutko meinte dazu: „Es stehen für jedes Spiel nur vier Russen auf dem Spielberichtsbogen und es gibt 16 Teams in der Liga. Zählen Sie nach, wie viele Russen spielen. In diesem Bereich haben wir eine Menge Arbeit vor uns.“ Insgesamt 172 Spieler (von rund 380) kommen aus dem Ausland, die meisten davon aus Brasilien.

Ein entsprechendes Gesetz würde, sollte es im Parlament beschlossen werden, nicht nur den Fußball betreffen. Auch andere Sportarten wie Eishockey müssten dann in Zukunft derartige Beschränkungen und Limits befolgen. Eine weitere Möglichkeit, das russische Nationalteam zu stärken, sehen die Verantwortlichen in der Einbürgerung ausländischer Stars. Im Gespräch: der Brasilianer Ari vom FK Krasnodar, der in der laufenden Saison bereits 14 Scorerpunkte gesammelt hat.

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Zahlte Katar 23,8 Mrd. Euro für WM 2022?

Die Gerüchte, Katar soll die Weltmeisterschaft 2022 gekauft haben, halten sich hartnäckig – und haben nun neue Nahrung bekommen. Denn laut einem Zeitungsbericht der britischen Zeitung „Mail on Sunday“ sollen Milliarden geflossen sein. Genauer gesagt 23,8 Milliarden Euro. Diese absurd hohe Summe soll an Funktionäre der FIFA überwiesen worden sein, um die Abstimmung im Oktober 2010 zugunsten der katarischen Bewerbung zu lenken. Damals setzte sich Katar im Wahlgang mit 14:8 gegen die USA durch.

Auch die UEFA kommt in dem Bericht nicht gut weg. Denn Michel Platini hat laut eigenen Angaben auch für den Wüstenstaat gestimmt und soll dafür angeblich 19,5 Milliarden Euro erhalten haben. Allerdings nicht bar auf die Kralle sondern in Form von Investitionen. So wurde der französische Verein Paris Saint-Germain gekauft, Flugzeuge bei Airbus bestellt, die TV-Rechte der Ligue 1 erworben und der Sender beIN Sports gegründet.

Auch in anderen Staaten kam es kurz vor der Abstimmung zu großen Investitionen Katars in Infrastruktur und ähnliche Großprojekte. „Man muss das ganze Geflecht durchleuchten. Und zwar nicht nur bei Katar, sondern auch bei den Konkurrenten um die WM 2022, USA, Australien, Südkorea und Japan. Und auch Russland hat vor der Vergabe für die WM 2018 sicherlich im Ausland reichlich investiert“, meinte Sylvia Schenk von Transparency International Deutschland zu den Vorwürfen der Bestechung und Korruption.

Confederations Cup 2021 nicht in Katar

Die Weltmeisterschaft 2022 wird ja bekanntlich erstmals im Winter gespielt. Im Normalfall trägt der Gastgeber einer Weltmeisterschaft ein Jahr davor im Sommer den Confederations Cup aus. Nicht so 2012 – denn aufgrund der hohen Temperaturen zu dieser Jahreszeit muss Katar, das die WM 2022 veranstaltet, die Ausrichter-Rolle an ein anderes Land abtreten. Das hat die FIFA in ihrer letzten Sitzung zum Ärgernis Katars beschlossen.

Am Zeitpunkt des Confed Cups 2021 wird sich somit nichts ändern. Fußballfans dürfen sich also im Juni und Juli auf spannende Spiele der kontinentalen Champions freuen. Um die Verantwortlichen Katars nicht komplett zu verstimmen hat die FIFA dem WM-Gastgeber immerhin das Recht zugestanden, den neuen Ausrichter bis Ende 2015 selbst zu bestimmen. Zudem könnte das Emirat die Klub WM 2021 und die U20-Weltmeisterschaft im selben Jahr austragen.

Einspringen könnten beispielsweise Südkorea, Japan oder Australien, die sich erfolglos um die Austragung der 22. Weltmeisterschaft beworben hatte. Der Confed-Cup 2017 wird traditionell in Russland absolviert, ein Jahr vor dem Start der Endrunde. Bislang fix qualifiziert: Russland, Deutschland und Australien.