Messi: Rücktritt vom Rücktritt

Nach dem verlorenen Copa America-Finale, in dem er selbst einen Elfmeter über das Tor setzte, verkündete Lionel Messi seinen Rücktritt aus dem argentinischen Nationalteam. Viele vermuteten hinter Messis Auge eine spontane Gefühlsregung so kurz nach einer der größten Enttäuschungen seiner Karriere. Und genau das könnte es gewesen sein. Denn Insider berichten, dass Messi nun einen Rücktritt vom Rücktritt anstreben.

Nur wenige Tage nach der Bekanntgabe seines Ausscheidens scheint bei Messi nun ein Umdenken stattgefunden zu haben. Mitverantwortlich dafür könnte auch der Aufschrei im ganzen Land gewesen sein. Quer durch alle Bereiche baten Prominente den Kapitän und Superstar der Albiceleste, seine Entscheidung zu überdenken. Sogar Staatspräsident Mauricio Macri soll Messi persönlich kontaktiert haben, um La Pulga zu überreden. „Wir können uns glücklich schätzen. Es ist ein Geschenk Gottes, den besten Spieler der Welt in unserem Land zu haben“, schmiert Macri seinem Landsmann Honig ums Maul.

Personen aus dem Bekanntenkreis Messis meldeten sich ebenfalls zuletzt zu Wort, die die Meinung vertraten, dass Messi spätestens bei der Fußball WM 2018 in den argentinischen Kader zurückkehren werde. Realistisch ist auch, dass Messi nur die Spiele im Herbst auslässt, wenn Argentinien in der WM-Qualifikation gegen Uruguay, Venezuela, Peru, Paraguay, Brasilien und Kolumbien spielt, und dann im Frühjahr wieder das Trikot Argentiniens überstreift.

Chile ist das beste Team Amerikas

Bereits bei der WM 2014 hat die chilenische Nationalmannschaft die Herzen der Fans im Sturm erobert. Nach Siegen gegen Australien und Spanien in der Vorrunde war für La Roja bereits im Achtelfinale Schluss. Gegen Gastgeber Brasilien schied Chile im Elfmeterschießen aus, nachdem gleich drei Spieler verschossen hatten, darunter Alexis Sanchez. Der Frust über die verpasste Chance hielt aber nicht lang, denn bereits ein Jahr später bot sich Chile die nächste Titelmöglichkeit.

Bei der Copa America im eigenen Land galt Chile als Geheimfavorit. Die Sehnsucht nach dem ersten Titel überhaupt war riesengroß. Und die mit Starspielern gespickte Mannschaft sollte die Erwartungen der eigenen Fans erfüllen. Ohne Niederlage überstand die Mannschaft von Jorge Sampaoli die Gruppenphase, in der K.o.-Runde wurden dann Uruguay und Peru knapp besiegt.

Im Finale wartete dann Argentinien – nach 120 torlosen Minuten musste der Copa America-Sieger 2015 im Elfmeterschießen gefunden werden. Nachdem auf argentinischer Seite nur Lionel Messi traf und die ersten vier Chilenen souverän verwandelten, kannte der Jubel über den ersten Titel überhaupt keine Grenzen mehr.

2016, also ein Jahr später, bei der Copa America Centenario in den USA, galt Chile abermals als Favorit, obwohl Erfolgstrainer Sampaoli mittlerweile das Team verlassen hatte. Doch auch unter Nachfolger Juan Antonio Pizzi spielten die Chilenen attraktiven Fußball.

Nach der Auftaktniederlage gegen Argentinien stieg La Roja dank zweier Siege gegen Bolivien und Panama noch in die Finalphase auf, wo zuerst Mexiko mit 7:0 besiegt und anschließend auch Kolumbien keine Chance gelassen wurde. Im Finale kam es zum Wiedersehen mit Argentinien. Wieder brachten 120 Minuten keine Entscheidung, wieder musste der Sieger im Elfmeterschießen gefunden werden – und wieder hatten die Chilenen das bessere Ende.

Zudem wurden gleich mehrere Chilenen geehrt. Claudio Bravo wurde zum besten Keeper gewählt, Eduardo Vargas durfte sich über die Auszeichnung als bester Torschütze freuen. Alexis Sanchez erhielt den Goldenen Schuh für den besten Spieler. Neben den drei Genannten landeten auch Arturo Vidal, Mauricio Isla, Charles Aranguiz, Gary Medel und Jean Beausejour in der Elf des Turniers.

Das nächste Duell der beiden Teams gibt es übrigens im März kommenden Jahres in der Qualifikation für die Fußball WM 2018.

Marcel Koller verlängert beim ÖFB

Marcel Koller

Manfred Werner (CC BY-SA 3.0)

Seit 1. November 2011 ist Marcel Koller Teamchef der österreichischen Nationalmannschaft. In diesem Zeitraum hat er das Team kontinuierlich weiterentwickelt und bis auf Platz zehn der Weltrangliste geführt. Der bislang größte Erfolg: die souveräne Qualifikation für die Europameisterschaft 2016. Nun hat der ÖFB im Rahmen einer Pressekonferenz bekannt, dass der nach der Endrunde auslaufende Vertrag zumindest bis Ende 2017 verlängert wurde. Warum Ende 2017? Da ist die Qualifikation für die WM 2018 zu Ende – und im Erfolgsfall läuft das Arbeitspapier dann sogar bis zum Ende der Weltmeisterschaft 2018.

Bereits einmal – nach der verpassten WM-Qualifikation – gab es lange Verhandlungen mit Marcel Koller, da sein Vertrag ausgelaufen wäre. Letztlich wurde 2013 ebenfalls eine Verlängerung zu besseren Bezügen erreicht. Angesprochen auf die jetzige Entscheidung, Angebote von Klubs auszuschlagen und den Weg mit dem ÖFB weiter zu bestreiten, antwortete Koller: „Ich freue mich sehr, dass wir – der ÖFB und ich – uns im Rahmen der Verhandlungen gefunden haben und die Vertragsverlängerung geklappt hat. Wir haben in den vergangenen viereinhalb Jahren ein homogenes Team aufgebaut, das seinen Zenit noch nicht erreicht hat. Wir haben mit dem Betreuerteam und mit den Spielern etwas geschaffen. Da gibt es keinen Grund auseinander zu gehen.“

Bereits jetzt ist der Schweizer einer der längstdienenden Teamchefs der österreichischen Fußballgeschichte. 35 Länderspiele als Trainer hat Koller schon bestritten, bis Vertragsende 2017 wird er mindestens bei 52 Partien halten und Herbert Prohaska überholen. In der Nachkriegszeit hat dann nur Josef Hickersberger mehr Spiele absolviert – und zwar insgesamt 56. Genereller Rekordhalter ist Hugo Meisl, der von 1919 bis 1939 bei insgesamt 128 Spielen auf der Betreuerbank saß.

Zweikampf um Amt des FIFA Präsidenten

Im Kampf um die Nachfolge des suspendierten Sepp Blatter als FIFA-Präsident bahnt sich ein Zweikampf zwischen dem europäischen Kandidaten Gianni Infantino und Scheich Salman Bin Ibrahim Al Khalifa aus Bahrain. Bei der Wahl am 26. Februar 2016 in Zürich werden nur den Beiden Chancen zugestanden. Prinz Ali bin al Hussein, der bei der letzten Wahl im Mai vergangenen Jahres noch als einziger Sepp Blatter die Stirn geboten hatte, sowie Tokyo Sexwale und Jerome Champagne werden mit der Entscheidung nichts zu tun haben.

Gianna Infantino, lange Zeit rechte Hand von Michel Platini und erst nach dessen Suspendierung zum UEFA-Kandidaten aufgerückt, kann mittlerweile einige prominente Unterstützer aufweisen. Neben Alex Ferguson („Gianni Infantino besticht durch Disziplin, professionelle Arbeit und Organisationsgeschick. Er kennt den Fußball, und ich wünsche ihm jeden Erfolg in seinem Bestreben.“) stehen auch Fabio Cannavaro, Jose Mourinho, Fabio Capello oder Luis Figo hinter dem Schweizer.

Zusagen einiger Verbände hat er ebenfalls bekommen. Etwa vom DFB oder dem englischen Verband FA, zudem von Dänemark, Russland, Italien, Serbien, der Türkei und Griechenland. Allerdings haben noch nicht alle Mitglieder der UEFA ihre Zustimmung gegeben. Dennoch sind die Chancen von Infantino gut, hat er doch beispielsweise auch die Stimmen aus der Zentralamerikanischen Fußballunion UNCAF sicher; auch Nord- und Südamerika dürften den Glatzkopf unterstützen.

Scheich Salman Bin Ibrahim Al KhalifaScheich Salman hofft natürlich auf asiatische Stimmen und darf mit jenen aus Afrika rechnen. Dies ist allerdings nicht unumstritten; als Präsident des asiatischen Verband hat er mit dem CAF ein Unterstützungsabkommen für die kommenden vier Jahre geschlossen – Vorwürfe, dass er sich so die Unterstützung sicherte, wurden laut.

Während der Wahlkampf um die Top-Position in der FIFA tobt, hat sich Russland, Veranstalter der Fußball WM 2018, dazu entschieden, Michel Platini und Sepp Blatter, trotz Sperre für acht Jahre, für die Endrunde im eigenen Land einzuladen. Sportminister Witali Mutko dazu: „Grundsätzlich erlaubt ihre Sperre keine Funktion im Fußball. Aber warum sollte ein außergewöhnlicher Spieler wie Platini aus dem Fußball ausgeschlossen sein. Wir werden sie einladen, und ich sehe dabei keinerlei Probleme.“

Bessere Bedingungen für Arbeiter in Katar

Seit Jahren steht Katar in der Kritik, Gastarbeiter im eigenen Land wie Sklaven zu halten und auszubeuten. Immer wieder machten internationale Menschenrechtsorganisationen wie Amnesty International auf die fürchterlichen Umstände aufmerksam: so besagt ein 2015 veröffentlichter Bericht, dass zwischen 2011 und 2013 rund 1.200 Arbeiter, vornehmlich aus Indien und Nepal, auf katarischen Baustellen ums Leben gekommen sein sollen. Die Gründe dafür liegen auf der Hand: hohe Temperaturen von teils über 50 Grad Celsius und daraus resultierend Erschöpfung oder Überarbeitung, Gewalt, fehlendes Wasser und mangelhafte Arbeitssicherheit.

Allerdings muss angemerkt sein, dass die 1.200 Arbeiter nicht nur auf WM-Stadien-Baustellen sondern auch auf anderen starben. Ein weiterer Kritikpunkt ist, dass Arbeiter oftmals im Land festgehalten werden, Arbeitsverträge nicht kündigen können und die Wohnbedingungen zu Wünschen übrig lassen. Letzteres soll in Zukunft verbessert werden.

In Doha wurde jetzt, sieben Jahre vor Beginn der Fußball WM 2022, ein Gebäudekomplex mit Schlafmöglichkeiten für 70.000 Arbeiter eröffnet. Zur sogenannten Labour City, die 750 Millionen Euro kostete, gehören auch zwei Polizeistationen und eine Moschee – die zweitgrößte des Landes. Maximal vier Arbeiter sollen pro Zimmer für die Dauer ihres Arbeitsaufenthalts eine Beherbergung finden. Die Einhaltung dieser Regelung wird täglich kontrolliert werden.

Der feierlichen Eröffnung der Arbeiterstadt wohnten auch Premierminister Abdullah Bin Nasser Al-Thani und Arbeitsminister Abdullah Al-Khulaifi bei.